Sobald man anfängt Seife selber zu machen stellt man schnell fest, dass es eine riesige Auswahl an Ölen und Fetten die zur Verfügung stehen. Alleine im Seifenrechner sind etwa 100 Öle und Fette gespeichert. Um heraus zu finden welche Öle am beliebtesten für die Seifenherstellung sind, habe ich über 60 Rezepte nach ihren Grundzutaten aufgeschlüsselt.
Hier sind die beliebtesten fünf Öle und Fette:
1. Kokosnuss-Öl (in 87% der Rezepte)

Kokusnussöl wird wegen seiner reinigenden und zugleich schaumbildenden Eigenschaften gerne zum Seife sieden verwendet. Zudem ist es relativ einfach Kokusnussöl lokal zu kaufen.
Kokusnussöl kommt in verschiedenen Varianten vor. Im Normalfall handelt es sich um Öl, dass bei 25°C (76°F) schmilzt. Durch Hydrierung können ungesättigte Fettsäuren in gesättigte umgewandelt werden wodurch der Schmelzpunkt auf 33°C (92°F) ansteigt. Allerdings verliert es dadurch auch etwas von seinen schaumbildenden Eigenschaften.
2. Rizinus-Öl (in 81% der Rezepte)
Rizinus-Öl besteht fast ausschließlich aus Ricinolsäure. Diese ungesättigte Fettsäure sorgt für eine starke Schaumbildung und -stabilität. Dadurch wird es oft statt Kokosnuss als Schaumbilder eingesetzt. Zusätzlich hat es die angenehme Fähigkeit die Haut Feucht zu halten.
Der Anteil von Rizinus-Öl sollte nicht zu groß sein, da die Seife sonst klebrig werden kann. Die meisten Seifen haben bis zu 5% der Gesamtfettmenge an Rizinus-Öl.
3. Oliven-Öl (in 77% der Rezepte)

Oliven-Öl ist in jedem Supermarkt zu erhalten und sicher auch deshalb eines der beliebtesten Öle wenn es darum geht Seife selber zu machen. Doch nicht nur seine Verfügbarkeit macht es so beliebt, es lässt zusammen mit anderen Ölen einen angenehmen Schaum entstehen. Zudem kann es verwendet werden, um die Seife härter werden zu lassen.
Die reine Olivenseife ist eine der ältesten bekannten Seifen und wird bereits seit Jahrhunderten hergestellt.
Auch wenn es viele verschiedene Varianten von Oliven-Öl gibt, spielt es kaum eine Rolle für die Seifenherstellung da die Fettsäuren nicht unterschiedlich sind.
4. Palm-Öl (in 47% der Rezepte)

Palm-Öl war bis vor einigen Jahren eines der beliebtesten Öle für die Seifenherstellung. Doch durch die zunehmende Rodung und damit einhergehende Zerstörung von Lebensraum für gefährdete Tiere ist es stark in Verruf gelangt. Solltest du Palm-Öl dennoch verwenden wollen, würde ich empfehlen darauf zu achten, dass es nachhaltig produziert wurde.
Palm-Öl wird mit einem recht hohen Anteil von bis zu 45% verwendet. In Verbindung mit einer schaumbildenden Komponente sorgt es für einen sehr stabilen Schaum der gut reinigt.
5. Sheabutter (in 43% der Rezepte)

Shea-Butter wird in der Seifenherstellung immer beliebter und wird meist als Zusatz (bis zu 20%) verwendet. Sie hilft in der Seife dabei einen Schaum mit lang anhaltender Stabilität zu erreichen. Zudem wird die Haut durch die Shea-Butter befeuchtet und ist so gut gegen trockene Haut geeignet.