Palmöl in Seife ersetzen

Palmöl ist seid ein paar Jahren ein heißes Thema in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie wenn es um Nachhaltigkeit geht. Es wird allerdings in vielen Seifenrezepten verwendet. In meinem Artikel über die 5 am häufigsten verwendeten Öle ist Palmöl auf Platz 4 (mit Verwendung in fast 50% der Rezepten).

Wenn du auf diesen Artikel gestoßen bist, dann kennst du die Problematik Palmölgewinnung bereits. Ich werde deshalb nicht darauf eingehen warum Palmöl ersetzt wird, sondern gleich zu den Ersatzmöglichkeiten kommen.

Warum ist Palmöl in Seife?

Um zu verstehen durch was Palmöl ersetzt werden kann, ist es wichtig zu wissen warum Palmöl verwendet wird. Wenn du ein Rezept mit Palmöl in den Seifenrechner eingibst siehst du bereits die Eigenschaften die es ausmachen.

Palmöl ist dafür verantwortlich, dass die Seife nicht zu weich wird. Es bildet zwar kaum Schaum aber ist gut darin den Schaum stabil zu halten. Auf der Suche nach einer Alternative wollen wir also ein Öl finden, dass diese Aufgaben übernimmt.

Pflanzliche Alternativen zu Palmöl

Auf der Suche nach Alternativen kommen fallen besonders drei pflanzliche Öle auf: Kakaobutter, Kokosöl und Babassuöl.

Wenn es um einen direkten Ersatz von Palmöl bei der Seifenherstellung geht ist Kakaobutter von den absoluten Werten die beste Alternative. Da es die Seife mehr als Palmöl aufhärtet, sollte der Anteil an der Gesamtfettmenge nicht zu hoch sein. Mehr als 20% könnten Risse beim Aushärten verursachen.

Kokosöl ist ebenfalls ein hervorragendes Öl wenn es darum geht Seife fester werden zu lassen. Allerdings ist bereits in vielen Rezepten Kokosöl enthalten und kann die Seife zu hart werden lassen wenn der Anteil über 30% ist.

Das Babassuöl wird ähnlich wie Palmöl aus einer Palmenart gewonnen und wird sowohl für Palmöl als auch Kokosöl als Alternative verwendet. Von den vorgestellten Substitutionen lässt das Babassuöl die Seife am härtesten werden. Deshalb sollte es nicht in zu großen Anteilen eingesetzt werden.

Rezept neu berechnen

Durch den Austausch von Palmöl mit einem anderen Öl ist es allerdings wichtig die Laugenmenge neu zu berechnen. Hier kannst du wieder einfach den Seifenrechner verwenden und das neue Rezept eingeben. Solltest du unsicher sein ob die Anteile der einzelnen Öle noch passen kannst du einfach auf „Optimiere Zusammensetzung“ drücken und die Mengen werden so berechnet, dass die berechneten Eigenschaften der Seife im grünen Bereich sind.

Beispiel (Kokos-Oliven-Seife)

Als Beispiel hier eine Seife mit Palmöl bei der Kakaobutter als Ersatz verwenden soll.

Kokos-Oliven-Rezept mit Palmöl

Wenn du den Seifenrechner verwendest, dann kannst du einfach das Palmöl entfernen und statt dessen Kakaobutter verwenden. Anschließend auf „Optimiere Zusammensetzung“ klicken und so die Mengen neu berechnen. Wie du sehen kannst sind jetzt die Mengen zwar etwas unterschiedlich aber dafür sind die berechneten Eigenschaften denen der Orginalseife sehr ähnlich.

Kokos-Oliven-Rezept ohne Palmöl

Zusammenfassung

Seife ohne Palmöl herzustellen ist nicht so schwer. Es gibt zumindest beim Seifensieden gute Alternativen. Wenn du den Seifenrechner verwendest ist es sogar noch einfacher, da du das Rezept schnell neu berechnen kannst.

Kinderleicht zum eigenen Seifenrezept

Gerade am Anfang sind viele zögerlich ihre eigene Rezeptur zu erstellen. Dabei ist es gar nicht schwierig. Mit den Tipps aus diesem Artikel kannst du ganz leicht deine eigene individuelle Seife herstellen. Der Seifenrechner ist ganz leicht zu bedienen und hilft dir dabei die optimale Zusammensetzung zu erreichen.

Im Prinzip geht es bei der Zusammenstellung der Öle darum ein ausgewogenes Verhältnis der Fette zwischen schaumbildend, pflegend und härtend zu finden.

Am Anfang steht eine Seifen-Idee

Fangen wir mit einem Beispiel an: Du hast vielleicht noch Distel- und Rapsöl übrig und möchtest damit eine Seife machen. Diese beiden Öle kannst du in den Rechner eingeben.

Oben siehst du die Eigenschaften des Distel- und Raps-Öls und unten die der daraus entstehenden Seife. Und damit sehen wir auch gleich das Problem bei dieser Zusammenstellung an Ölen. Wenn du diese Seife herstellst, dann wird es kaum Schaum geben und die Härte ist viel zu gering!

Seifenrezept verfeinern

Was können wir nun machen? Ganz einfach, du kannst im Seifenrechner nach einem Öl suchen, dass die Seife härter macht und Schaum entwickelt. Ich verwende hier gerne Babassu-Öl, da es eine super Ergänzung ist.

Und schon ist bei der Seife fast alles im grünen Bereich. Du könntest jetzt noch nach einem Öl suchen, dass dir den Schaum noch stabilisiert. Aber das ist nicht zwingend notwendig.

Vielleicht fragst du dich wie du die perfekte Menge an Ölen findest. Entweder du probierst manuell aus wie das beste Rezept ist oder du nutzt den Button „Optimiere Zusammensetzung “ im Seifenrechner.

Dein finales Seifenrezept

Die Parameter für Überfettung und Laugenkonzentration kannst du wenn du dir unsicher bist einfach auf den derzeitigen Einstellungen belassen.

Am Ende der Seite findest du dann die komplette Zusammensetzung mit NaOH- und Wassermenge. Sowie weitere Informationen.

Zusammenfassung

Wie du siehst ist es mit etwas Hilfe vom Seifenrechner gar nicht schwer sein eigenes Seifenrezept zusammen zu stellen. Das kann sogar richtig Spaß machen. Also probiere es doch mal aus. Vergiss nicht falls gewünscht noch ätherische Öle hinzu zu fügen.

Haltbarkeit von beliebten Ölen und Fetten

Nur selten werden die verwendeten Öle und Fette gleich nach dem Öffnen aufgebraucht. Deshalb findest du hier eine kleine Übersicht über beliebte Öle und deren Haltbarkeit.

Öl/Fett Haltbarkeit
Aprikosenkernöl1 Jahr
Arganöl1 Jahre
Avocadobutter3 Jahre
Avocadoöl1 Jahr
Babassuöl3 Jahre
Borretschöl6 Monate
Distelöl1 Jahr
Erdnussöl1 Jahr
Haferöl1 Jahr
Hanföl1 Jahr
Kaffeeöl2 Jahre
Kakaobutter2 Jahre
Kokusnussöl3 Jahre
Leinsamenöl6 Monate
Mandelöl1 Jahr
Mangobutter2 Jahre
Nachtkerzenöl1 Jahr
Olivenöl2 Jahre
Palmkernöl1 Jahr
Palmöl1 Jahr
Pfirsichkernöl1 Jahr
Preiselbeeröl2 Jahre
Rapsöl1 Jahr
Reiskeimöl2 Jahre
Rizinusöl2 Jahre
Sesamöl1 Jahr
Sheabutter2 Jahre
Sojabohnenöl3 Monate
Sonnenblumenöl6 Monate
Walnussöl3 Monate
Weizenkernöl1 Jahr

Die Bandbreite der Haltbarkeit ist recht groß und reicht von 3 Monaten bis zu 3 Jahre. Der Grund für diese Unterschiede sind die im Öl vorkommenden Fettsäuren. Man unterscheidet zwischen gesättigten Fettsäuren (Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure) und ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure, Linolsäure, Linolensäure, Ricinolensäure).

Öle die vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren bestehen sind weniger haltbar, da diese wie der Name erahnen lässt sie versuchen mit der Umgebung zu reagieren.

Die 5 beliebtesten Öle und Fette zum Seife sieden

Sobald man anfängt Seife selber zu machen stellt man schnell fest, dass es eine riesige Auswahl an Ölen und Fetten die zur Verfügung stehen. Alleine im Seifenrechner sind etwa 100 Öle und Fette gespeichert. Um heraus zu finden welche Öle am beliebtesten für die Seifenherstellung sind, habe ich über 60 Rezepte nach ihren Grundzutaten aufgeschlüsselt.

Hier sind die beliebtesten fünf Öle und Fette:

1. Kokosnuss-Öl (in 87% der Rezepte)

Veröffentlicht unter CC0 von Monika Stawowy (link)

Kokusnussöl wird wegen seiner reinigenden und zugleich schaumbildenden Eigenschaften gerne zum Seife sieden verwendet. Zudem ist es relativ einfach Kokusnussöl lokal zu kaufen.

Kokusnussöl kommt in verschiedenen Varianten vor. Im Normalfall handelt es sich um Öl, dass bei 25°C (76°F) schmilzt. Durch Hydrierung können ungesättigte Fettsäuren in gesättigte umgewandelt werden wodurch der Schmelzpunkt auf 33°C (92°F) ansteigt. Allerdings verliert es dadurch auch etwas von seinen schaumbildenden Eigenschaften.

2. Rizinus-Öl (in 81% der Rezepte)

Rizinus-Öl besteht fast ausschließlich aus Ricinolsäure. Diese ungesättigte Fettsäure sorgt für eine starke Schaumbildung und -stabilität. Dadurch wird es oft statt Kokosnuss als Schaumbilder eingesetzt. Zusätzlich hat es die angenehme Fähigkeit die Haut Feucht zu halten.

Der Anteil von Rizinus-Öl sollte nicht zu groß sein, da die Seife sonst klebrig werden kann. Die meisten Seifen haben bis zu 5% der Gesamtfettmenge an Rizinus-Öl.

3. Oliven-Öl (in 77% der Rezepte)

Veröffentlicht unter CC0 (link)

Oliven-Öl ist in jedem Supermarkt zu erhalten und sicher auch deshalb eines der beliebtesten Öle wenn es darum geht Seife selber zu machen. Doch nicht nur seine Verfügbarkeit macht es so beliebt, es lässt zusammen mit anderen Ölen einen angenehmen Schaum entstehen. Zudem kann es verwendet werden, um die Seife härter werden zu lassen.

Die reine Olivenseife ist eine der ältesten bekannten Seifen und wird bereits seit Jahrhunderten hergestellt.

Auch wenn es viele verschiedene Varianten von Oliven-Öl gibt, spielt es kaum eine Rolle für die Seifenherstellung da die Fettsäuren nicht unterschiedlich sind.

4. Palm-Öl (in 47% der Rezepte)

Veröffentlicht unter CC0 (link)

Palm-Öl war bis vor einigen Jahren eines der beliebtesten Öle für die Seifenherstellung. Doch durch die zunehmende Rodung und damit einhergehende Zerstörung von Lebensraum für gefährdete Tiere ist es stark in Verruf gelangt. Solltest du Palm-Öl dennoch verwenden wollen, würde ich empfehlen darauf zu achten, dass es nachhaltig produziert wurde.

Palm-Öl wird mit einem recht hohen Anteil von bis zu 45% verwendet. In Verbindung mit einer schaumbildenden Komponente sorgt es für einen sehr stabilen Schaum der gut reinigt.

5. Sheabutter (in 43% der Rezepte)

Veröffentlicht unter CC0 von Hopkinsuniv (link)

Shea-Butter wird in der Seifenherstellung immer beliebter und wird meist als Zusatz (bis zu 20%) verwendet. Sie hilft in der Seife dabei einen Schaum mit lang anhaltender Stabilität zu erreichen. Zudem wird die Haut durch die Shea-Butter befeuchtet und ist so gut gegen trockene Haut geeignet.

Die richtige Einsteiger-Ausrüstung für die Seifenherstellung

Wenn du hier gelandet bist, dann bist du schon infiziert von der Neugier selber Seife zu sieden. Herzlich willkommen in der Runde 🙂

Aber wie bei vielen Hobbies braucht man auch fürs Seife selber machen ein paar Gerätschaften bevor man loslegen kann. Hier im Artikel geht es besonders um Equipment für den direkten und günstigen Einstieg.

Wenn Geräte mit der Seife während der Herstellung in Berührung gekommen sind, dann sollten sie nicht mehr für die Verarbeitung von Lebensmitteln verwendet werden.

Stabmixer

Aufgabe: Der Stabmixer wird benötigt um die Öle und Fette mit der Seifenlauge gut zu vermengen -also zu homogenisieren. Dafür kann ein ganz günstiger Stabmixer gekauft werden. Zum Beispiel habe ich diesen* hier verwendet.
Wichtig ist nur, dass ihr den Stabmixer nicht mehr für Nahrungsmittel verwendet!

Preis: ca. 15-20€

Alternative: Man kann auch versuchen mit einem Schneebesen die Öle mit der Seifenlauge gut zu vermischen. Ich habe das noch nicht getestet, aber es soll deutlich länger dauern. Mit dem Stabmixer ist man in ca. 5 Minuten fertig während es mit dem Schneebesen eher 20-30 Minuten dauern soll.

Hitzebeständiges Gefäß

Aufgabe: In dem Gefäß wird bei dem Herstellen von Seife die Lauge angerührt (Achtung kann 70°C heiß werden). Es ist aber auch hilfreich wenn die Seife in verschiedene Teile getrennt werden soll. Zum Beispiel um einen Teil einzufärben. In der Minimalausstattung brauchst du nur einen Becher und zwar für die Lauge. Aber ich würde dir trotzdem dazu raten gleich zwei zu kaufen als Reserve.
Entweder du nimmst einen Messbecher* oder ein Becherglas*. Ich finde es ganz gut wenn mindestens 1 Liter hineinpasst.

Preis: ca. 5-15€

Alternative: Du kannst auch jedes andere Gefäß (z.B. einen Topf) nehmen. Es muss nur hitzebeständig (70°C) sein und darf nicht aus Aluminium bestehen (denn damit reagiert die Lauge).

Thermometer

Aufgabe: Die Seife und die Lauge sollten vor dem Vermischen auf etwa 35-45°C abgekühlt werden. Mit dem Thermometer kannst du das gut überprüfen. Ich habe mir im Zweierset diese hier* gekauft. Es ist ganz praktisch zwei Thermometer zu haben, so kann eines für die Lauge verwendet werden und eines für die Seife.
Wenn du ein Thermometer aussuchst achte darauf, dass es nur aus Glas ist und nicht noch mit Kunststoff oder Holz verkleidet ist, denn das könnte von der Lauge angegriffen werden.

Preis: ca 5€ für ein Thermometer

Alternative: Wenn du ein gutes Gespür für Temperaturen hast kannst du auch mit der Hand testen ob der Topf/Becher auf Handtemperatur abgekühlt ist. Dennoch würde ich dir Empfehlen lieber mit einem Thermometer auf Nummer sicher zu gehen.
Alternativ kannst du auch ein Pyrometer* kaufen. Diese haben den Vorteil, dass sie berührungslos die Temperatur messen. Damit fällt auch das Saubermachen weg.

Sieb

Aufgabe: Beim Seifesieden kommt der Sieb zum Einsatz wenn die Lauge zu den Ölen/Fetten gegeben wird. Falls in der Lauge noch nicht aufgelöste Klümpchen sind, dann werden diese hier aufgefangen. Ich habe diesen Sieb* verwendet.
Wichtig ist bei der Siebauswahl, dass es feinmaschig ist und nicht aus Aluminium besteht.

Preis: 5-10€

Waage

Aufgabe: Wenn du Seife selber machen willst ist es wichtig immer genau abzuwiegen. Bei Wiegefehlern könnte sonst die Seife zu „scharf“ werden oder zu viel Fett beinhalten. Deshalb ist es wichtig eine Wage zu haben die auf das Gram genau wiegt und eine Tara-Funktion besitzt. Ich habe mir diese Wage* zum abwiegen gekauft.

Preis: 10-15€

Alternative: Da die Wage nicht direkt mit Lebensmittel oder der Seifenlauge in Kontakt kommt könntest du auch deine Wage aus der Küche nehmen. Ich persönlich habe mich aber wohler gefühlt Küchenutensilien und Seifengerätschaften strikt zu trennen.

Handschuhe

Aufgabe: Nachdem du beim Seifesieden mit Lauge hantierst ist es wichtig, dass du deinen Körper gut schützt. Laugen sind ätzend und du solltest vermeiden, dass Spritzer auf die Haut kommen.
Ich verwende immer diese Nitil-Handschuhe*. Wenn du Handschuhe auswählst achte darauf, dass sie dick genug sind aber auch nicht zu Dick und die Feinmotorik verlierst. Wenn du verdacht auf eine Latex-Allergie hast oder einfach auf Nummer sicher gehen willst dann achte darauf, dass die Handschuhe aus Nitril sind.

Preis: 10-15€ für eine 100er Packung

Alternative: Hier gibt es meiner Meinung nach keine wirkliche Alternative. Aber ich finde es immer gut solche Labor-Handschuhe daheim zu haben.

Schutzbrille

Aufgabe: Fast noch kritischer als der Schutz der Hände ist der Schutz der Augen vor Laugenspritzern. Auf den Händen lässt sich die Lauge recht leicht neutralisieren, aber sollte Lauge in das Auge geraten kann dies zu dauerhaften Schäden führen. Deshalb ist ein Augenschutz unerlässlich.
Um meine Augen zu schützen habe ich diese Brille* gekauft. Ich würde empfehlen eine Vollschutzbrille für Brillenträger auszusuchen. Sie ist zwar etwas klobig aber schützt dafür die Augen in jedem Fall

Preis: 5-10€

Alternative: Es können auch Gesichtsschutzmasken verwendet werden. Diese haben einen Schütz über das gesamte Gesicht und schützen so auch die Gesichtshaut vor Spritzern.

Topf (3 Liter)

Aufgabe: Für die flüssigen Öle und um die festen Fette zu schmelzen brauchst du einen Topf. Ich verwende gerne einen 3 Liter Topf da hier genug Flüssigkeit hineinpasst (z.B. diesen hier*). Wichtig ist, dass der Topf nicht aus Aluminium ist oder Alu-Elemente besitzt, da die Lauge damit reagiert. Ein Deckel ist nicht erforderlich.
Der Topf sollte nach dem Seife herstellen nicht wieder in der Küche für Nahrungsmittel verwendet werden!

Preis: 15-25€ (für einen günstigen Topf)

Herdplatte

Aufgabe: Auf der Herdplatte werden die festen Öle geschmolzen. Oft wird die Herdplatte aus der Küche dafür verwendet. Das ist soweit auch okay wenn danach gut sauber gemacht wird.
Dennoch habe ich mich für eine „mobile“ Kochplatte entschieden (diese Kochplatte*). So kann ich gut die Gegenstände trennen mit denen ich Seife siede und meine Kochutensilien. Wenn du eine Kochplatte suchst kannst du auch nur eine mit einer Platte nehmen. Ich persönlich brauche die zweite Platte eigentlich nicht.
Auch bei der Heizleistung ist es nicht so schlimm wenn diese nicht so hoch ausfällt, da die Fette nicht aufgekocht werden.

Preis: 15-30€

Alternative: Wenn du das Geld sparen möchtest, nimm deinen Herd aus der Küche. Aber sorge dafür, dass nichts vollgespritzt werden kann und lege am Besten alles drum rum mit Zeitung aus. Danach gründlich sauber machen nicht vergessen!

Seifenform

Um der noch flüssigen Seife ihre Gestalt zu geben brauchen wir eine Form. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Seifenblock (z.B. diese hier*): In dieser Form wird die Seife ein großer Block der anschließend in kleine Seifenstücke geschnitten wird. Das ist die typische Variante die man auch oft auf Märkten findet.

Motiv-Formen: Es gibt eine riesige Auswahl an Motiv-Formen. Wenn eine Silikonform zum Backen geeignet ist, dann kann sie auch für die Seifenherstellung verwendet werden.

Plastikbecher: Wenn du nicht extra Formen für die Seife kaufen willst, dann kannst du auch einfach zu Plastikbechern greifen. Quark kommt zum Beispiel in idealen Bechern um Seifen zu gießen. Durch die Hitze kann es aber dazu kommen, dass sich der Kunststoff etwas verformt.

Sonstiges

Löffel: Zusätzlich zu dem Equipment brauchst du auch noch ein paar Löffel zum Abwiegen oder Umrühren.

Zusammenfassung

Jetzt hast du einen guten Überblick was gebraucht wird und worauf du achten musst. Hier noch einmal eine kurze Checkliste:

Stabmixer*
Hitzebeständige Gefäß*
Thermometer*
Sieb*
Handschuhe*
Schutzbrille*
Topf*
Waage*
Herdplatte*
Seifenform*

Wenn du die wichtigsten Sachen zusammen hast kann es auch schon los gehen und du kannst starten Seife selber zu machen.

Seifenchemie einfach erklärt

Titelbild mit drei Bechergläsern

Chemie in der Schule war immer etwas abschreckend und du schielst vielleicht schon auf den „Zurück“-Button. Aber hier geht es nicht um „normale“ Chemie sondern um SEIFENCHEMIE -viel spannender also.

Hier der Fahrplan für für den Artikel:
Warum reinigen Seifen?
Was sind Öle und Fette?
Warum sind Seifen unterschiedlich?
Wie funktioniert die Verseifung?

Warum reinigen Seifen?

Seifen bestehen aus Seifenmolekülen und diese schauen in ihrer Formel etwa so aus:

Seifen kann man sich wie Magnete vorstellen. Statt Nord- und Südpol hat das Seifenmolekül eine Seite die Öle/Fette bindet (lipophil) und eine andere Seite die Wasser bindet (hydrophil). Dadurch löst es sich hervorragend in Wasser auf und hat trotzdem die Fähigkeit Fette und Öle zu binden. Ein wahres Wundermolekül!

Was sind (tierische/pflanzliche) Öle und Fette?

Nachdem geklärt ist warum Seifen reinigen, schauen wir uns an was eigentlich Öle und Fette sind. Mit dem Wissen können wir auch verstehen wie Seifen hergestellt werden und warum manche Seifen besser reinigen als andere.

Unten siehst du die verschiedenen Fettsäuren aus denen Öle und Fette bestehen. Im Seifenrechner findest du zu den einzelnen Ölen deren Fettsäuren-Profil. Die Werte werden immer in Prozent angegeben. Babassu-Öl zum Beispiel hat einen hohen Gehalt an Larinsäure (50%) während Olivenöl einen hohen Anteil an Ölsäure (69%) besitzt. Bei der Seifenherstellung werden fast immer sich ergänzende Profile kombiniert.

Strukturformeln zu verschiedenen Fettsäuren.

Warum sind Seifen unterschiedlich?

Wenn du denkst das ist nur für Chemiker interessant dann liegst du falsch. Jetzt wird es nämlich auch für Seifenmacher spannend. Die Fettsäuren verleihen der Seife unterschiedliche Eigenschaften!

Die Moleküle der gesättigten Fettsäuren sind alle sehr linear und lassen sich deshalb gut stapeln. Als Folge dieser dichten Packung wird die Seife härter. Ungesättigte Fettsäuren sind wegen ihrer Struktur nur schlecht zu packen. Es entstehen zwischen den Molekülen viele freiräume und die Moleküle können sich leichter verschieben. Deshalb wird die Seife nicht so fest.

Ungesättigte Fettsäuren haben aber den Nachteil, dass sie schneller ranzig werden. Das liegt daran, dass die ungesättigten Bindungen über die Zeit reagieren.

Wie funktioniert die Verseifung?

Nun wissen wir, dass Seifen aus Fettsäuren bestehen und diesen ihre Eigenschaften geben. Aber bisher haben wir noch nicht geklärt wie diese Fettsäuren aus den Ölen und Fetten entstehen.

Für Angeber: Tierische und Pflanzliche Fette/Öle sind nichts anderes als Triglyceride der Fettsäuren. Das heißt die oben gezeigten Fettsäuren sind nicht frei verfügbar sondern müssen erst aus ihrer Verbindung gelöst werden.

Hier kommt die Natron- oder Kalilauge (NaOH oder KOH) ins Spiel. Die Lauge sorgt dafür, dass sich Glyzerin bildet und dafür die Fettsäuren frei werden (eigentlich die Alkalisalze der Fettsäuren). Dieser Prozess ist für die Verseifung verantwortlich und lässt die Seife entstehen.

Damit wird auch klar warum es für jedes Öl eine Verseifungszahl gibt. Diese Zahl gibt an, wie viel Gram NaOH pro Gram Öl benötigt wird, um jedem NaOH einen Reaktionspartner zu geben. Da aber das NaOH kleiner und damit leichter als ein Öl-Molekül ist, wird deutlich weniger NaOH als Öl benötigt.

Oliven-Öl hat zum Beispiel ein Verseifungszahl von 0.135 und braucht damit auf 1g Oliven-Öl entsprechend 0.135g NaOH.

Zusammenfassung

Seifenchemie ist gar nicht so langweilig und das Grundwissen über die Seifenherstellung lässt uns bessere Seifen herstellen. Wenn du mehr wissen willst lass es mich wissen.

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